Konstruktion - Aussichtsplattform

Aussichtsplattform am Stanserhorn

Wir sind auf 1898 m Höhe am höchsten Punkt des Stanserhornes. Hier soll eine Aussichtsplattform entstehen, die optisch schwerelos aus dem Berg hinausragt.
Die Verkleidung der Aussichtsplattform ist ihr bestimmendes Gestaltungselement; der hochglanzpolierte, spiegelnde Edel- stahl verleiht der Plattform ein bemerkenswertes Wesen. Ein herausragendes monolithisches Gebilde, das (seinen Betrachtern) seine Verankerung im Berg nicht verrät und dabei monumental /wagemutig auf dem Berggipfel aufsitzt zieht bewundernde, neugierige Blicke aus dem Tal zu sich hoch.

Sobald Plattform betreten wird, vervielfachen die spiegelnden Wandelemente die eigene Reflexion des Betrachters ins Unendliche. Der Betrachter wird in der visuellen Tiefe auf sich selbst zurückgeworfen und findet sich. Über 80mm starke Eichenholzbohlen bahnt sich der Besucher seinen Weg zum entferntesten Punkt, um zur ersehnten Aussicht zu gelangen. Der dämpfende, undurchsichtige Untergrund erdet den Besucher und verwehrt ihm den Blick nach unten. Doch mit jedem Schritt sinkt der Schutz der schützenden Seitenwände bis der Besucher, am weitesten Punkt angekommen, vollständig exponiert der beeindruckenden Szenerie der alpinen Gebirgslandschaft entgegensteht. Durch die Wahl der Verkleidung entsteht eingangs ein trügerischer Eindruck über die Fertigkeit und somit über die Festigkeit des Konstrukts. Wie eine offene, unvollendete Brücke fordert die langgezogene Plattform den interessierten Betrachter auf, sie ohne ersichtlichen Halt zum Ende zu gehen und verspricht ihm eine irreal anmutende Erfahrung; sie führt ihn hinaus auf einen Aussichtspunkt in die 1898 Meter hoch hinausragende Luft.

Von außen adaptiert die spiegelnde Oberfläche ihre Umgebung und ist, je nach Betrachtungswinkel und Wetterlage, im Himmel versteckt. Dadurch erscheint die gesamte Konstruktion leicht und etwas u?berirdisch. Die Unterkonstruktion, die die physikalische und statische Arbeit der Aussichtsplattform leistet, bleibt dem Betrachter stets verborgen. Berg und Plattform bilden eine ambitionierte und spannende Verbindung.